Häuser rund um den Platz

Der Platz „Am Hof“ ist einer der historisch bedeutendsten Plätze der Wiener Innenstadt. Er befindet sich zwischen Bognergasse, Naglergasse, Heidenschuß, Färbergasse, Judenplatz und Schulhof im ältesten Kern der Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft der mittelalterlichen Ghettos.

In Mitten des Platzes erhebt sich das Denkmal der „Marie Immaculata“ die Mariensäule.

Der Paltz ist von vielen Geschichtsträchtigen Gebäuden umgeben.

Dem Collatopalais, einem 1671 aus einigen kleinen Gebäuden erbautes Palais, in dem 1762 der damals erste sechsjährige Wolfgang Amadeus Mozart erstmals vor Öffentlichkeit spielte.

Die Kirche am Hof zu den neuen Chören der Engel, eine gotische Kirche mit barockisierter Fassade.

Das Bank Austria (früher auch Länderbank Gebäude), der erste klassizistisch verkleidete Stahlbetonbauten in Wien, errichtet anstelle des von den damaligen Denkmalschützern und Adolf Loos heftig betrauerten Gebäudes des Hofkriegsrats.

Die Österreichische Kontrollbank (Nr. 3-4) wurde 1912-15 von den Otto-Wagner-Schülern Otto Schönthal, Emil Hoppe und Marcel Kammerer erbaut.

Das Haus „Zum Hahnenbeiss“ (Nr. 5) ist ein spätklassizistisches Wohnhaus, das 1818-20 anstelle des „Käsehauses“ erbaut wurde, das ab 1683 die erste Käsehandlung Wiens beherbergte.

Das Märkleinsche Haus (Nr. 7) ist ein hochbarockes Bürgerhaus, das 1727-30 nach Entwürfen von Johann Lucas von Hildebrandt erbaut wurde. Das Haus gehört zur Wiener Berufsfeuerwehr und beherbergt das Wiener Feuerwehrmuseum.

Schmales Haus (Nr. 8) Bedeutendes Renaissance-Bürgerhaus, vor 1566 erbaut, Sterbehaus des Bürgermeisters Jakob Daniel Tepser.

Wiener Feuerwehr (Nr. 9). 1686 wurde hier die Wiener Feuerwehr gegründet, eine der ältesten Berufsfeuerwehren der Welt. Hier stand bis 1945 das von Anton Ospel 1732 umgebaute ehemalige Unterkammeramtsgebäude, an seiner Stelle zuvor der Wasserstadel, in dem die Wasservorräte zum Feuerlöschen gespeichert wurden. Unter dem Haus befinden sich römische Ausgrabungen der Siedlung Vindobona.

Das Bürgerliche Zeughaus (Nr. 10) wurde von der Stadt Wien auf dem Areal des ehemaligen jüdischen Fleischhofs erbaut, um hier einen städtischen Waffenvorrat für die Verteidigung Wiens anzulegen und wurde ab 1562 verwendet. Um 1676 wurde es um ein Nachbarhaus erweitert.

1731/1732 wurde die Hauptfassade durch Anton Ospel mit einem Dreiecksgiebel mit Wappen und Trophäen und einer hohen Attika darüber umgestaltet, die spanischen und französischen Vorbildern folgten. Mattielli schuf Allegorien der Beharrlichkeit und Stärke, die eine Weltkugel tragen.

1809 plünderten die Franzosen die Waffenvorräte und 1848 hatte die Nationalgarde hier ihr Hauptquartier. Der Gebäudekomplex steht heute der Wiener Berufsfeuerwehr zur Verfügung.

In Folge eines starken Sturmes beschädigte am 21. Juni 2007 ein zur Renovierung aufgestellter Kran das Dach und mehrere historische Figuren der Hauptfeuerwache. Der Kranführer starb.

Das späthistoristische Wohnhaus (Nr. 11) trägt eine vergoldete Türkenkugel aus der zweiten Türkenbelagerung am Portal und wurde 1882/83 erbaut, die Fassade 1933 von Otto Schönthal und Emil Hoppe umgestaltet. Hier befand sich das „Haus zur goldenen Kugel“, das ein bekanntes Gasthaus, später ein beliebtes Marktlokal beherbergte.

Das Urbanihaus (Nr 12) wurde 1630/39 auf einer Parzelle erbaut, die bis 1421 Teil des jüdischen Ghettos war. Mit einem spätmittelalterlichen Keller und Fundamentresten der Vorgängerbauten ist es eines der bemerkenswertesten Bauten im Ensemble des Platz Am Hof. Im Inneren befindet sich eine romantisierende Taverne aus dem jahr 1906 mit Tierfiguren nach Entwürfen von Fritz von Herzmanovsky-Orlando.

Quelle: Wikipedia